Hinweise zu den Typenbeispielen für prominente Personen

Ich bin im Allgemeinen sehr vorsichtig, Personen, die in der Öffentlichkeit bekannt sind, einem bestimmten MBTI-Typ zuordnen zu wollen. Letztlich präsentiert jede Person ein Image von sich, das Außenstehende wahrnehmen dürfen. Daher dienen meine Beispiele nur als Illustration für bestimmte Charakterzüge, die auf das Wirken bestimmter Funktionen hindeuten. Letztlich lässt sich nur bewerten, was eine Person an Verhalten in der Öffentlichkeit zeigt bzw. wie sie sich über sich selber in der Öffentlichkeit geäußert hat. Ich möchte mich angesichts derart begrenzter Daten daher nicht endgültig festlegen. Die Einschätzungen erfolgen aufgrund der mir bekannten Äußerungen und Verhaltensmuster, die auch anderen Menschen nicht entgangen sein dürften.…

Extravertierte Intuition (Ne) in fortgeschrittener Anwendung

Typen, die überwiegend extravertierte Intuition für ihre Wahrnehmung bevorzugen, erleben die Welt als einen Ort verborgener Möglichkeiten, den sie auf der Suche nach neuen Assoziationen, nach Mustern und Beziehungen, aus denen sie etwas noch Vielversprechenderes zaubern können, durchforsten. Sie betrachten die Dinge und Ereignisse um sie herum als miteinander verwoben, auch wenn die genauen Verknüpfungen nicht offensichtlich sind. Zugleich sind sie daran interessiert, diesem Netz weitere Verbindungen hinzufügen.

Anwender:

in 1. Funktion ENTP und ENFP; in 2. Funktion INTP und INFP

Prominente Beispiele für Ne-dominante Anwender:

ENTP: Barack Obama, John Cleese, Alice Schwarzer, Benjamin Franklin, Frank Zappa, Voltaire, Gregor Gysi, Katharina die Große
ENFP: Anaïs Nin, Oskar Wilde, Joschka Fischer, Klaus Wowereit, Jesper Juul, Ben Zander ,Sophie Scholl, Ernesto Che …

Abkürzungsverzeichnis

Ich habe mich zur Darstellung der Typentheorie entschieden, auf die Begrifflichkeiten aus dem amerikanischen Sprachraum zurückgreifen. Damit hoffe ich, dem Leser eigene Nachforschungen zum Thema zu erleichtern. Außerdem nutze ich aus Vereinfachungsgründen in meinen Beiträgen die häufig von den Anhängern der Typologie verwandten Abkürzungen. Nachfolgend stelle ich daher ein Begriffsregister und ein Abkürzungsverzeichnis zur Verfügung, um eventuelle Verständnisschwierigkeiten zu entschärfen. Dabei nenne ich auch die von mir verwendeten deutschen Begriffe. Hierbei greife ich – soweit vorhanden – normalerweise auf die von C.G. Jung verwendete Terminologie zurück.

1. Abkürzungen der Einstellungen und Präferenzen

Abk. deutscher Begriff englischer Begriff
I Introversion introversion
E Extraversion extraversion
S Empfinden sensing
N Intuition intuition
T Denken thinking
F Fühlen feeling
P wahrnehmend perceiving
J urteilend

Introvertierte Intuition in fortgeschrittener Anwendung

Introvertierte Intuition (Ni) ist die Funktion mit den wenigsten Hauptanwendern. Sie ist die dominante Funktion für INFJs und INTJs (INJ-Typen) und die zweite Funktion von ENFJs und ENTJs.

Prominente Beispiele für Ni-Anwender:

INTJ: Isaak Newton, Friedrich Nietzsche, Jean Paul Satre, Roger Waters (Pink Floyd),Jodie Foster, Karl Marx

INFJ: Mahatma Gandhi, Plato, Simone de Beauvoir, Wittgenstein, C. G. Jung, Dostojewski, Cate Blanchett

Geübten Ni-Anwendern fällt es leicht, einen Sachverhalt aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen und zu analysieren. Hierbei gelangen sie oft zu ungewohnten Einsichten, die allgemein anerkannte Konventionen und Gesetze hinterfragen. Dabei sehen sie sich oft mit dem Problem konfrontiert, andere von der Richtigkeit ihrer zumeist recht fragmentarischen Erkenntnisse zu überzeugen.

L. Thomson bezeichnet die aus der introvertierten Intuition folgenden Einsichten als …

Intuition

Unter Intuition ist mit den Worten von C. G. Jung jene psychologische Funktion zu verstehen, „welche Wahrnehmungen auf unbewusstem Wege vermittelt.“ Die Intuition ist immer dann aktiv, wenn wir das Gefühl haben, Bescheid zu wissen und Einsichten zu haben, ohne diese mit den uns konkret vorliegenden Tatsachen verbinden zu können. Neurologisch betrachtet haben wir hierbei auf unbewusste Inhalte in unserem Gehirn zurückgegriffen. Bruchstücke dieser bis dato unbewussten Informationen gelangen in unser Bewusstsein und verhalten sich dort wie Puzzleteile. Wir versuchen sie zu einemGesamtbild zusammenzufügen, obschon uns noch einige Teile fehlen. Je nachdem, wie gut wir das Puzzlespiel beherrschen, ereilt uns schon eine Vorahnung des endgültigen Bildes, bevor wir es komplett zusammengesteckt haben.

Was Intuition nicht ist

Auch wenn ich weiter …

Introvertiertes Empfinden in fortgeschrittener Anwendung

Für dominante Anwender des introvertierten Empfindens (Si) sind ihre Erinnerungen der Anker in ihrem Leben, der ihnen Sicherheit und Stabilität verleiht. Sie zeigen dies deutlich in ihrem Verhalten.

Prominente Anwender:

ISTJ: Ingvar Kamrad (IKEA-Gründer), Angela Merkel, Edmund Stoiber, Joseph Ratzinger, Queen Elisabeth II., Anthony Hopkins

ISFJ: Nancy Reagan, Dr. Watson (fiktiv Freund von Sh. Holmes), Ophelia (fiktiver Charakter aus Hamlet)

Wenn diese Funktion im Bewusstsein stark ausdifferenziert ist, stellen Si-versierte Anwender häufig Folgendes an sich fest:

  • Wissenserwerb steht zumeist im direkten Zusammenhang mit ihrem Leben. Sie erwerben Wissen, das für sie tatsächlich von Nutzen ist und mit Dingen und Tätigkeiten zusammen hängt, die sie gerne haben bzw. ausüben.
  • Si-Anwender sind Meister darin, ihre Umwelt ihrem eigenen Selbstverständnis gemäß zu formen.

Extravertiertes Empfinden in fortgeschrittener Anwendung

Versierte Anwender des extravertierten Empfindens (Se) verfügen über geschärfte Sinne und verfolgen damit aufmerksam das tatsächliche Geschehen in ihrer Umgebung.

Berühmte Anwender: Winston Churchill, Madonna, James Bond (fiktiv), John F. Kennedy, Justin Bieber, Beyoncé

 

Wenn diese Funktion im Bewusstsein stark ausdifferenziert ist, stellen Se-versierte Anwender häufig Folgendes an sich fest:

  • Der eigene Wissenserwerb ist im starken Maße an die Beteiligung am Lernvorgang selber gebunden. Wissen muss häufig körperlich erfahrbar gemacht werden, um es zu verinnerlichen. Der Betreffende lernt am besten durch unmittelbare Beteiligung am Geschehen.
  •  Sie langweiligen sich schnell. Sie suchen nach abwechslungsreichen Situationen, in denen sich das Geschehen schnell ändert. Sie haben in der Regel eine recht kurze Aufmerksamkeitsspanne und können sich bei gleichbleibenden monotonen Handlungsabläufen nicht

Empfinden

C. G. Jung unterscheidet zwei Arten der Wahrnehmung: Empfinden und Intuition.

Empfinden (S) bezieht sich auf jene Fähigkeit unseres Gehirns, Reize aus unserer Umwelt wahrzunehmen und zu verarbeiten und uns das Ergebnis dieses Vorgangs bewusst zu machen.

Wenn wir eine genaue Vorstellung von der Beschaffenheit unserer Umwelt entwickeln, wenden wir die Empfindungsfunktion an. Empfinden ist insofern gleich bedeutend mit der sinnlichen Wahrnehmung unserer Welt. Davon zu unterscheiden ist die Intuition, worunter nach der jung‘schen Terminologie eine übersinnliche Wahrnehmung zu verstehen ist.

Bei der sinnlichen Wahrnehmung richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das sinnlich erfassbare Geschehen. Wir nehmen nur die Dinge wahr, die wir tatsächlich mit unseren „fünf“ Sinnen erfassen können.
Je nach Ausrichtung der Empfindungsfunktion werden uns dabei unterschiedliche Sinneseindrücke bewusst. …

Inhalt der vier Funktionen in ihrer unterschiedlichen Ausrichtung

An anderer Stelle wurde das Thema bereits ausführlich unter Bezug auf konkrete Beispiele behandelt. Hier soll es sich daher nur um eine kurze Einführung in den Inhalt der acht Funktionen handeln. Alle acht Funktionen (vier Funktionen in zwei verschiedenen Ausrichtungen – also acht) leisten ihren spezifischen Beitrag in unserem Bewusstsein und sind damit Bausteine auf dem Weg zu unseren Entscheidungen und Grundlage für unser Verhalten. Zwei der 16 Typen sind jeweils dominante Anwender dieser Funktion.  Zwei weitere Typen haben mit der selben Funktion größere Probleme, da die Ausübung ihrer dominanten Funktion zur Vernachlässigung dieser Funktion führt. Die durch Anwendung der dominanten Funktion vernachlässigte Funktion nennt man minderwertige Funktion.

dominante Funktion Wahrnehmungsfunktion minderwertige Funktion
ESTP und ESFP Extravertiertes Empfinden (Se)

Die vier Funktionen des Bewusstseins und ihre Ausrichtung

FunktionenDie vier Funktionen, die der Theorie von Kathrine  Cook Briggs und Isabel Briggs Myers zu den hier vorgestellten 16 Typen zugrundeliegen, wurden von dem Psychoanalytiker C. G. Jung erstmals beschrieben.

Er ging davon aus, dass wir zwei unterschiedliche  mentale Prozesse im Bewusstsein anwenden: Einen Prozess, um Informationen aus unserer Umgebung aufzunehmen und einen Prozess, um Entscheidungen bzw. ein Urteil herbeizuführen. Diese beiden Prozesse bezeichnete C. G. Jung als Wahrnehmungs- und Urteilsfunktion. Die Unterteilung dürfte der wissenschaftlich anerkannten Tatsache entsprechen, wonach der Neocortex als vermuteter Sitz unseres Bewusstseins in sensorische und motorische Areale unterteilt ist.

Innerhalb dieser Prozesse entdeckte C. G. Jung durch sorgfältige Beobachtung seiner Patienten  jeweils zwei weitere gegensätzliche Unterfunktionen.  Er beobachtete, dass die Wahrnehmung zum einen über die …